|
Aus dem Sanella-Album Australien Neuseeland |
||||
|
========================================= |
|
|
Die hellen Augäpfel leuchten in den dunklen, schweißtriefenden Gesichtern! Und immer wieder: niederkauern, hochschnellen, schreien! Das wiederholt sich etwa ein dutzendmal, bis die Tänzer schließlich erschöpft aufhören. "Mit diesen Tänzen haben sich die Maoris, als sie sich noch bekriegten oder mit den Weißen kämpften, selbst in Raserei versetzt. Aber auch auf die englischen Soldaten, die zum erstenmal Gefechte mit Maoris erlebten, wirkten die Kriegstänze furchterregend. Immerhin waren ihre Gegner Menschenfresser!" erzählt Freddy, als wir im Gästehaus unter unseren Wolldecken liegen. "Es hat eigentlich bis in die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts hinein immer wieder Zusammenstöße zwischen den Maoris und den Weißen gegeben - erst vereinzelt, dann im offenen Krieg. Die Maoris wehrten sich gegen das Vordringen der Weißen, die immer mehr Land in ihren Besitz brachten, und die Siedler wollten das weite, von den Eingeborenen kaum genützte Land bebauen oder als Weide verwenden. |
.
|
1770 lebten rund 100 000 Maoris auf Neuseeland und nur eine Handvoll Robbenjäger an der Küste der Südinsel. 1858 wurden etwa 60 000 Maoris und etwa gleichviel Weiße gezählt. Zwei Jahre später, 1860, kam es zum offenen Aufstand. Er begann in der Provinz Taranaki und griff dann praktisch auf die gesamte Nordinsel über. Die Maoris waren Meister des Urwaldkrieges. Sie lockten die englischen Soldaten in die sumpfigen, von Schlingpflanzen überwucherten Wälder, in denen Milliarden von Stechmücken schwirrten. Auf den vom Regen verschlammten Wegen blieben die Wagen und die Kanonen stecken. Verzweifelt bemühten sich die von den ungeheuren Strapazen zermürbten Weißen, oft bis in den Knien im Schlamm steckend, ihre Fahrzeuge wieder auf festen Boden zu schleppen. Die Moskitos peinigten sie bis aufs Blut. |
.
|
Und dann griffen die Maoris an -mit wildem Kriegsgeschrei, das den weißen Soldaten in den Ohren gellte! Ihre Angriffe waren immer nur kurz. Aber diese Überfälle brachten den Truppen schwere Verluste. Gelegentlich gelang es den Weißen, die Maoris einzukesseln und in ihre Pahs zurückzutreiben. Die Pahs waren in Kriegszeiten zu richtigen Festungen ausgebaut. Meistens lagen sie auf Anhöhen, von denen man die Umgebung gut überblicken konnte. Mehrere starke Pallisadenringe, zwischen denen Laufgräben und Fallgruben ausgehoben waren, schützten die Hütten vor den Kugeln der Angreifer. Die Maoris, die sich mittlerweile auch mit Gewehren und Munition versehen hatten, schossen aus gutgesicherten Schützenlöchern. Ohne Artillerie gelang es den Weißen nur selten, einen Pah zu erobern. Und wenn sie es dann glücklich geschafft hatten, dann waren die Maoris häufig trotz der dichten Umzingelung verschwunden, auf unbekannten Schleichwegen - wie vom Erdboden verschluckt! Nur die Toten waren zurückgeblieben." "Und wie endete dieser Krieg?" fragt Klaus. "Er dauerte fast 12 Jahre. |
|
.
|
|
|
|||
|
|
|
|||
|
|
||||